Nachwuchs bei Kaninchen

Kleine Kaninchen sind süß. Dennoch sollten Sie nicht einfach Männlein und Weiblein zusammensetzen, um zu sehen, welche Jungtiere denn bei dieser Konstellation herauskommen. Bedenken Sie im Vorfeld, dass ein Wurf aus bis zu zehn Jungtieren bestehen kann, die wiederum groß werden. Oft ist es nicht möglich, diese alle zu behalten oder in ein artgerechtes Zuhause zu vermitteln. Auch in Tierheimen und Notfallstationen warten heute schon zahlreiche Kaninchen auf ein neues Zuhause, so dass man nicht noch grundlos weitere produzieren sollte. Trächtigkeit und Geburt sind zudem immer mit Risiken für das Weibchen und die Jungtiere verbunden und im Zuge dessen kann es durchaus auch zum Tod von Häsin und Jungtieren kommen oder die Nachkommen können mit Erbkrankheiten und anderen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben.

Eine verantwortungsvolle Zucht verlangt Hintergrundwissen (z. B. über Genetik) sowie ausreichend Zeit, Platz und Geld. Die Vermehrung von Kaninchen hat mit verantwortungsvoller Tierhaltung nichts zu tun. Wer unbedingt einmal Kaninchen aufwachsen sehen möchte, hat häufig in Tierheimen die Möglichkeit, bereits trächtige Tiere aufzunehmen.

Ungeplanter Nachwuchs
Auch wenn eigentlich nicht vermehrt werden möchte, kommt es manchmal ungeplant zu Kaninchennachwuchs, z. B. dann, wenn der Zeitpunkt für die Kastration versäumt wurde oder wenn fälschlicherweise Häsin und Rammler als gleichgeschlechtliches Paar erworben wurden.

In diesem Fall ist es ratsam, sich mit Trächtigkeit und Geburt näher zu beschäftigen. Grundsätzlich kann es sein, dass die Häsin ihr Wesen verändert, evtl. aggressiv gegenüber ihrem Partner wird und fleißig dabei ist, ein Nest zu bauen. Die genannten Verhaltensweisen treten auch bei einer Scheinschwangerschaft auf.

In dieser Zeit hat die Häsin einen größeren Bedarf an Eiweißen, Mineralien und Vitaminen. Einige Tage vor der zu erwartenden Geburt sollte das Gehege noch einmal gründlich gereinigt werden. Eine Wurfkiste im Durchmesser von mindestens 40 x 40 Zentimetern mit aufklappbarem Deckel kann schon im Vorfeld bereitgestellt werden. Entfernen Sie das Nest nicht und vermeiden Sie jeden Stress, wie etwa Umzüge oder Vergesellschaftungen. Der Rammler sollte von der Häsin getrennt werden, da diese bereits wenige Stunden nach der Geburt wieder aufnahmebereit ist und muss nach der Kastration für 6 Wochen separiert bleiben, da er in dieser Zeit noch zeugungsfähig ist.

Nach der Geburt versorgt die Mutter ihre Jungen meist nur noch einmal am Tag. Dies ist kein Grund zur Sorge, jedoch sollten Sie einmal täglich (am besten in den Morgenstunden) prüfen, ob die Jungen warm und sauber sind und ein dick gefülltes Bäuchlein aufweisen. Ist dies nicht der Fall kann eine Handaufzucht notwendig werden.

Genaueres dazu finden Sie hier:

http://www.bunnyhilfe.de/aufzucht/kaninchenbabies.php

Im Alter von 12 Wochen müssen Rammler und Häsinnen in jedem Fall voneinander getrennt werden, um weiteren ungeplanten Nachwuchs zu vermeiden.